10.11.2014

Max H.-H. Schaber, Geschäftsführer der Datagroup, im Interview

Drei Mal neu erfunden

Campus-Startup sprach mit Max H.-H. Schaber, Geschäftsführer der Datagroup, über Börsengang, strategische Weichen und die Gründung seines Unternehmens.

Im Interview mit Max H.-H. Schaber, Vorstandsvorsitzender der Datagroup AG

Campus-Startup: Sie sind mit der Datagroup AG 2006 an die Börse gegangen, um als IT-Dienstleister zu wachsen. War das von Beginn an Ihr Plan?

Schaber: Überhaupt nicht. Wir haben das Unternehmen seit Gründung vielmehr drei Mal „neu erfunden“: Alles begann als klassischer Auftragssoftwareentwickler. Es gab damals noch nicht viele und wir wurden überschwemmt mit Aufträgen. Problem für weiteres Wachstum war der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. So haben wir uns als Business Enabler betätigt und wurden zu einer Unternehmensgruppe, die europaweit mit Computern und Computerzubehör handelte. Als einige Jahre später die Margen im Hardwarehandel dramatisch sanken, haben wir uns wieder der Softwareentwicklung gewidmet. Wir haben ein Krankenhausinformationssysteme entwickelt, was nach wenigen Jahren in fast 40 Krankenhäusern Deutschlands eingesetzt wurde. Dann gab es aber eine Krise im Gesundheitswesen und plötzlich investierte kein Krankenhaus mehr. Also starteten wir wieder neu - als IT-Dienstleister.

Campus-Startup: Was kann man tun, um die strategischen Weichen richtig zu stellen?

Schaber: Je älter das Unternehmen geworden ist, desto komplexer und strategischer wurde es auch. Wir fragen uns ständig, wie sich Markt und Kundenbedürfnisse entwickeln und versuchen, das Unternehmen entsprechend auszurichten. Und schließlich braucht man auch noch Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und das berühmte Quäntchen Glück, auch mal zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Campus-Startup: Worüber schmunzeln Sie heute, wennSie an Ihre Gründerzeit denken?

Schaber: Über das Rennen zum Briefkasten. Die ersten vier Monate im großen Büro zu zweit waren ziemlich langweilig. So gab es das morgendliche Rennen zum Briefkasten. Wir haben schließlich ausgelost, wer nachschauen darf, ob Anfragen oder Aufträge gekommen sind. So hat es natürlich nicht funktioniert. Gott sei Dank ist uns dann etwas anders eingefallen.