WATAAAH - Klettern mit künstlichen Steinen

Die Gründer von WATAAAH! mit ihren roten Klettergriffen: Benjamin (l.) und Jonas Hartmann.Foto: PR

Mit WATAAAH!, einem neu gegründeten Unternehmen, das Klettergriffe herstellt und vertreibt, leiten Jonas und Benjamin Hartmann, ein neues Zeitalter in der Branche ein. Ihr Firmengeheimnis ist die Zusammensetzung des Kunststoffes, aus dem die Griffe gemacht sind. Einen guten Start in die Geschäftswelt hat ihnen das Exist-Gründerstipendium ermöglicht.

WATAAAH! Ausgerechnet einen Begriff aus der chinesischen Kampfkunst hat sich das Team als Firmennamen ausgewählt. Jonas Hartmann und sein Bruder Benjamin, der auch die japanische Nationalmannschaft im Sportklettern betreut, sind selbst begeisterte Kletterer. Und ums Klettern geht es auch bei der Gründungsidee, die sie mit ihrem Exist-Stipendium über die Hochschule Reutlingen voranbringen konnten. WATAAAH! will nämlich die Welt der Klettergriffe in eine nachhaltigere Zukunft führen.

Klettergriffe sind eigentlich nichts Neues. Und doch, es ist der Werkstoff und die Oberfläche sowie die Form der WATAAAH!-Griffe, die neu sind. Sie haben Formen wie Natursteine und fühlen sich auch genauso an. Allerdings sind sie aus einem eigens entwickelten, recyclingfähigen Kunststoff, der zu mehr als 30 Prozent auf dem nachwachsenden Rohstoff Rizinus basiert. „Die Oberfläche spielt bei Klettergriffen eine sehr entscheidende Rolle. Unsere Klettergriffe gibt es mit unterschiedlichen Oberflächen, die sich in ihrer Haptik und ihren Reibungswerten unterscheiden“, verrät Jonas Hartmann, der sein Diplom in Maschinenbau an der Hochschule Pforzheim und seinen MBA-International Management an der ESB Reutlingen abgeschlossen hat.

Noch während der Masterthesis erarbeitete und stellte er gemeinsam mit Matthias Kramer von der Hochschule Reutlingen und Michael Baukloh von der IHK Reutlingen den Antrag auf ein Exist-Gründerstipendium. Obwohl es im Markt weltweit rund 20 etablierte Anbieter gibt, wurde das Stipendium bewilligt. Bei Erfolgsaussichten auf eine Förderung von rund 50 Prozent keine Selbstverständlichkeit. „Der Projektträger ist schon sehr kritisch und hat hohe Anforderungen an die technische Innovation“, sagt Kramer, der das Antragsverfahren über die Hochschule koordiniert hat. „Und er will einen Coaching-Fahrplan, einen Zwischenbericht und zum Schluss den fertigen Businessplan.“ Zeit zum trödeln bleibt also nicht.

Das Stipendium war für Jonas und Benjamin Hartmann der Startschuss, mehr aus Ihrer Idee zu machen. Sie haben verschiedenste Kunststoffrezepturen getestet. Sie haben Natursteine ausgewählt und nächtelang getüftelt, wie man daraus Klettergriffe in Serie produziert und diese dann in Feldtests geprüft. Sie haben für den umfangreichen Businessplan die weltweiten Wettbewerber genau untersucht, das Produktportfolio für die Start- und Wachstumsphase festlegt, verschiedene Preismodelle kalkuliert und eine Vertriebsstrategie für den Markteintritt erstellt. Auch der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: Die WATAAAH!-Klettergriffe wurden bereits im September im Kletterweltcup im japanischen Inzai in den Finalrouten eingesetzt. All dies hat auch die Jury des Programms „Junge Innovatoren“ überzeugt, das Team bei seinem Markteintritt für weitere zwölf Monate mit einem Stipendium des Landes Baden-Württemberg zu unterstützen. „Wataaah“ also für die nächste Runde im Unternehmensaufbau.