TIMGEO - Erster Auftrag aus Brasilien

Der erste Auftrag führt TIMGEO gleich um die Welt - nach Brasilien.Foto: PR

Stolz zeigt Dr. Fernando Mazo D´Affonseca auf die Karte von Brasilien: Dort hat er seinen ersten Auftrag an Land gezogen. Es ist kein Wunder, dass ausgerechnet der erste Kunde seiner rund sechs Monate jungen Firma TIMGEO von so weit her kommt: Dr. D´Affonseca ist gebürtiger Brasilianer und hat nach dem Geologie-Studium an der Universität des Bundesstaates São Paulo zunächst in Brasilien als Umwellt- und Ingenieurgeologe gearbeitet. Dann kam er 2003 nach Tübingen, absolvierte 2005 seinen Master und promovierte 2009 im Fachbereich Angewandte Geologie.

TIMGEO ist eine hochgradig spezialisierte Firma und erstellt Datenmodelle für die angewandte Geologie. „Unsere Kunden müssen den Umweltbehörden nachweisen, ob Böden und Grundwasser in Industriegebieten belastet sind und welche ökologischen und gesundheitlichen Risiken dadurch bestehen“, beschreibt D´Affonseca die Aufträge. Gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Grathwohl und Dr. Peter Bayer hat er die Firma als Ausgründung des Zentrums für Angewandte Geowissenschaften (ZAG) der Universität Tübingen im November gegründet. „Die zukünftigen Geschäftspartner kamen zu mir und wollten wissen, wie man schnell eine GmbH gründen kann“, erinnert sich Michael Baukloh von der IHK Reutlingen an das Beratungsgespräch. „Eigentlich empfehlen wir keine Schnellschüsse“, so Baukloh weiter, „aber wenn die Aufträge quasi nur noch eingesammelt werden müssen und die Kompetenz der Gründer so herausragend ist, muss man schnell handeln.“

Es dauerte nicht lange, bis D´Affonseca nach Brasilien reiste, um die Details für seinen ersten Auftrag zu klären. Sein Kunde hatte ein Ingenieurbüro engagiert, das eine Vielzahl von hydrogeologischen und hydrogeochemischen Felddaten gesammelt hat. Diese Felddaten überträgt TIMGEO in ein Datenmodell und entwickelt so ein „konzeptionelles Standortmodell“. In einem nächsten Schritt wird nun ein „numerisches Schadstofftransportmodell“ erzeugt, das mit Hilfe von Simulationen ein ganzheitliches Verständnis der Schadstoffemissionen und des Schadstofftransports liefert. Damit kann dann eine Risikoanalyse erstellt werden. Besteht ein Risiko, können mehrere Sanierungsverfahren simuliert werden. So erhält das Ingenieurbüro wertvolle Informationen zur Realisierbarkeit verschiedener Sanierungsverfahren.

Dr. D´Affonseca ist vom Firmenkonzept überzeugt: „TIMGEO bietet eine einzigartige Dienstleistung mit Wachstumspotenzial für Ingenieurbüros weltweit.“ Das sieht wohl auch das Land Baden-Württemberg so, das der Universität Tübingen und TIMGEO im Januar den Förderantrag „Junge Innovatoren“ bewilligt hat. Lukas Radwan von der Gründungsberatungsstelle der Universität Tübingen freut sich: „Es war ein gutes Stück Arbeit, den Antrag zu stellen, da freuen wir uns umso mehr über den Zuschlag.“ Dr. D´Affonseca blickt optimistisch in die Zukunft und freut sich über die gute Unterstützung von allen Seiten. „Die Beratung und Betreuung an der Hochschule hilft, Fehler zu vermeiden und die „Technologieförderung Reutlingen Tübingen“ unterstützt uns mit zahlreichen Kontakten in der Region.“