The Neuromarketing Labs - Was Kunden wirklich wollen

The Neuromarketing Labs: Dr. Kai Markus Müller (links), Ellen Brölz und Davide Baldo. Foto: PR

Schon immer gab es sie – Produkte, die niemand will oder zumindest nicht für den angebotenen Preis. Aber wie entscheiden Konsumenten eigentlich, welches Produkt sie kaufen? Dr. Kai-Markus Müller geht in der Marktforschung neue Wege und bringt mit seinem Unternehmen The Neuromarketing Labs Licht ins Dunkel.

Viele Hersteller von Konsumgütern geben immense Summen aus, um zu erfahren, was ihr Kunde wirklich will. Gefallen die Eigenschaften des Produktes? Ist das Design ansprechend? Stimmt der Preis? Müller und sein Team haben einen neuen Ansatz des Neuromarketings entwickelt und starten damit ihr eigenes Dienstleistungsunternehmen in Deutschland. Ursprung der Geschäftsidee sind Methoden der Hirnforschung, mit denen sich Dr. Kai-Markus Müller, Ellen Brölz und Davide Baldo in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn beschäftigt haben. Nun wollen sie als Dienstleister mit The Neuromarketing Labs die Konzerne der Konsumgüter-, Nahrungsmittel-, IT- und Automobilindustrie für ihre Konsumentenforschung begeistern.

Was ist das Besondere an ihrer Vorgehensweise? Die klassische Marktforschung arbeitet derzeit mit Konsumentenbefragungen oder lässt ausgewählte Kunden verschiedene Produkte in realen Versuchen testen. „Die Ergebnisse solcher Tests haben nur einen sehr begrenzten Aussagewert. Die Probanden neigen dazu, die wahren Motive für ihr Kaufverhalten gewollt oder ungewollt zu verschleiern“, so Müller. The Neuromarketing Labs arbeiten nach den neusten Ansätzen der Elektroenzephalographie (EEG), mit der die Hirnaktivitäten von Testpersonen gemessen werden. Hier werden nicht nur die bewussten, sondern auch die unbewussten Entscheidungen sichtbar. Zusätzlich zu den Hirnstrommessungen mittels EEG setzt das Team biometrische Sensoren ein, um beispielsweise die Veränderungen des Pulses, der Hautleitfähigkeit und des Pupillendurchmessers zu messen. Die Kombination dieser Daten gibt genauen Aufschluss über psychologische Zustände wie Aufmerksamkeit, Gedächtnisprozesse oder Emotionen. Damit können dann Rückschlüsse auf die Vorlieben und Abneigungen von Testpersonen gezogen werden.

Für einen guten Start hat Müller das Exist-Gründerstipendium über die Universität Tübingen beantragt, denn allein das wissenschaftliche Know-how ist nicht genug. Mit dem Stipendium konnte das Team die Algorithmen für die Kombination der verschiedenen Messverfahren spezifizieren und testen. Selbst ein Kernspintomograph vom Uni-Klinikum stand zur Verfügung. Das überzeugte auch den ersten Kunden, mit dem das Team in einer Studie das komplexe System prüfen wird. Lukas Radwan, der die Gründer von der Universität Tübingen aus betreut hat, freut sich auf den Start des Unternehmens und wünscht sich, „dass mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit solch innovativen Ideen den Schritt zum Unternehmer wagen“. Dr. Kai-Markus Müller hat das Stipendium mit der Abgabe des Businessplans erfolgreich abgeschlossen und ist fest vom zukünftigen Erfolg überzeugt: „The Neuromarketing Labs haben derzeit einen der präzisesten Ansätze in der Konsumentenforschung entwickelt. Wir wollen wissen, was der Kunde will. Dann können Konsumenten das richtige Produkt zum richtigen Preis kaufen. Und wenn Konsumenten zufrieden sind, sind es unsere Kunden auch. Das ist unsere Vision.“