Symonics - Business-Leute können nicht Technik, aber Techniker können Business lernen

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Telefonieren in CD-Qualität? In Telefonkonferenzen auch noch etwas verstehen, wenn alle durcheinander reden? Die Symonics GmbH macht das möglich. Für diese Entwicklungen ist das junge Unternehmen inzwischen mehrfach preisgekrönt.

Im April 2011 erhielt Symonics den „Best Business Idea Award“ von BwCon, im März 2012 kam der Gründerpreis „IKT Innovativ“ dazu, verliehen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Ebenso wichtig für die Entwicklung von Symonics war die Förderung durch den EXIST-Forschungstransfer des BMWi. Durch diese Förderung konnten sie Räume der Universität Tübingen nutzen, ihr Gehalt ist für 18 Monate sicher und jüngst konnten sie mit Brigitte Brun eine Managerin einstellen.

Symonics ist eine Ausgründung aus der Universität Tübingen und besteht als GmbH seit 2012. Die Firma entstand aus einer Arbeitsgruppe am Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik. Deren Chef war Dr. Christian Hoene, seine Mitarbeiter waren Patrick Schreiner und Michael Haun. An der Technik, die den Symonics-Produkten zugrunde liegt, forscht Christian Hoene inzwischen seit über zehn Jahren. In seiner Arbeitsgruppe genossen er und seine Mitstreiter lange viele Freiheiten und wollten sie irgendwann nicht mehr aufgeben. Das war für sie der Antrieb, sich selbstständig zu machen.

Den Anstoß zu ihrer Geschäftsidee gab die immer noch schlechte Tonqualität beim Telefonieren. „Da hat sich in den letzten 30 Jahren praktisch nichts geändert“, sagt Michael Haun. Ziel der drei Informatiker ist nun, diese Tonqualität zu verbessern – eben hin zu CD-Qualität. Weiterhin haben sie eine Technik entwickelt, die „zerrissene“ Handygespräche wiederherstellen kann. Das ist beispielsweise interessant, wenn man telefonierend durch einen Tunnel fährt.

Der geplante Top-Seller ist aber Symonics Entwicklung für Telefonkonferenzen. Mit dieser Lösung wird räumliches Hören in Telefonkonferenzen möglich. Alle Gesprächsteilnehmer werden in einen virtuellen Klangraum gesetzt. Am Telefon klingt es dann, als ob sich alle Teilnehmer wirklich in einem realen Besprechungsraum unterhalten. Außerdem bleiben Sprecher selbst dann verständlich, wenn sie durcheinanderreden. „Das funktioniert bei Telefonkonferenzen wie auf einer Cocktailparty“, beschreibt Dr. Christian Hoene die Symoncis Technologie.

Die drei Forscher und ihre Managerin sind überzeugt, dass ihre Produkte auch auf dem internationalen Markt erfolgreich sein werden. Die Hauptkonkurrenten von Symonics sitzen in Russland und Australien. Die Homepage ist deshalb auf Englisch, auch ihre Flyer sind nur zum Teil auf Deutsch. Doch nun müssen sie erst Kunden finden. Da hat Symonics einen wichtigen Trumpf im Ärmel: „Christian Hoene ist ein unglaublich guter Netzwerker“, freut sich Haun. Für dieses Jahr hofft er auf eine Risikokapital-Finanzierung und zwei Testkunden.

Aus einem wichtigen Grund ist Hoene zusätzlich optimistisch. „Business-Leute können nicht Technik, aber Techniker können Business lernen“, hat er erkannt. Mit der Unterstützung ihrer erfahrenen Managerin sehen die drei Informatiker deshalb zuversichtlich in die Zukunft von Symonics.