sodgeIT - IT-Sicherheit, aber bitte ohne PU-Schaum!

Götz Martinek, Matthias Ehinger und David Feurle (v.l.), die Gründer der sodgeIT.Foto: PR

Wenn Industrieanlagen sicherheitskritisch sind, werden sie als Inselsysteme ohne Netzwerkzugang betrieben. Updates gibt es dann nicht wie heute üblich übers Netz, sondern per USB-Stick. Das hat aber so seine Tücken, denn USB-Sticks können mit Viren und Trojanern infiziert sein. Was also tun? Matthias Ehinger, David Feurle und Götz Martinek hatten eine Idee, den „Gatekeeper“.

Die erste Version sah fast aus wie ein Verstärker aus einem getunten PKW. Eingebaut in einen Rechner, konnte man damit die Ports vor Zugriffen durch infizierte Hardware schützen. Quasi eine Hardware-USB-Firewall. Ihren Prototypen stellten sie schließlich beim IHK-Gipfeltreffen 2012 vor. Das Team hat sich damals als Ausgründung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen auf den Weg in die Selbstständigkeit gemacht. Sie haben alle Kontakte aktiviert und konnten schließlich ihre Lösung bei zwei Industrieunternehmen vorstellen. Angebissen hat keiner und Götz Martinek muss lachen, wenn er zurückblickt. „Ein Unternehmen fand unseren Ansatz ganz interessant. Doch die hatten das Problem schon selbst gelöst und einfach die Ports mit PU-Schaum ausgesprüht.“ „So kann man auch Sicherheit hinbekommen“, ergänzt David Feurle.

Heute wissen die IT-Experten, dass sie viel zu lange ohne Kundenkontakt entwickelt hatten. Aber sie haben sich nicht entmutigen lassen. Durch die Projektarbeit am Lehrstuhl für Informatik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen gab es schon vor der Gründung Kontakt zu Kunden. Die haben anfangs für Einnahmen gesorgt, um die Entwicklung des Gatekeepers zu finanzieren. Das Projektgeschäft hat sich dann immer mehr ausgeweitet. Mittlerweile hat sich die SodgeIT GmbH sogar vom "IT-Bauchladen" zum C++- und Java-Spezialisten für embedded Linux- und Windows-Systeme entwickelt. „Wir haben tiefe Kenntnissen von den Internettechnologien, weil wir quasi damit groß geworden sind“, beschreibt Matthias Ehinger die gefundene Kernkompetenz. Die Gründer sind sich sicher: „Wenn man eine gute Idee hat und in der Anfangsphase der Gründung einigermaßen vorsichtig ist, dann klappt das schon.“

Die SodgeIT GmbH gibt es nun schon zwei Jahre am Markt. In der schnellen IT-Welt schon eine ordentliche Zeit. Und aus drei Gründern ist mittlerweile ein Team von acht Personen geworden. Problematisch fanden die drei anfangs die Ungewissheit, auf was man sich da eigentlich einlässt und was das Management und die Verwaltung einer Firma angeht. Später nervte halt der Papierkram, an den man sich schließlich doch irgendwie gewöhnt hat. Also hat es SodgeIT geschafft? Wenn man Götz Martinek diese Frage stellt, winkt er nur ab. „Keine Ahnung, wir sind noch mitten drin in der Gründung“, lautet die Antwort. Und wie sieht sodgeIT in 20 Jahren aus? „Ist eine lange Zeit“, meint Martinek, „vermutlich sind wir dann ein spezialisierter IT Projektdienstleister und ein Heim für Nerds mit einigen neuen Kollegen.“ Klar, ein Startup muss eine Firma werden. Damit verschwindet leider immer früher oder später auch das Startup-Feeling etwas. Aber wer die drei in ihrem Büro in Balingen kennt, merkt sofort, dass sie sich etwas von diesem Geist bewahrt haben. „Und das“, finden sie, „soll auch so bleiben“.