Protein-Bonbons von Proteomatics: Gute Planung ist alles

Daniel Klaus und Christian Salfeld (rechts) nach einem erfolgreichem Pitch.Foto: PR

Wer Fitness als Sport betreibt, führt seinem Körper gerne Proteine zu - häufig in Form von Shakes. Eine viel alltagstauglichere Variante haben Daniel Klaus und Christian Salfeld entwickelt. Als Startup Proteomatics wollen sie Proteine in Form von Bonbons vertreiben. Noch befindet sich das junge Unternehmen in der Phase Grundsteinlegung.

Unzählige Stunden verbrachten die beiden Studenten der Pharmatechnik im Techniklabor der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Ihr Ziel: Die für Sportler wichtigen Aminosäuren in die Form von Bonbons zu bringen. Die erste Herausforderung war es, Größe und Konsistenz herauszufinden, wie die Bonbons angenehm zu lutschen sind, bruchfest sind und sich im Mund langsam auflösen. Sie fingen an, Bonbons zu gießen und zu testen. Schnell stand fest, dass das Gießen nicht praktikabel sein würde. Deshalb gingen sie dazu über, die Bonbons in einer Tablettenpresse zu pressen.

Das nächste Problem folgte auf dem Fuße: Der Gehalt der für die Sportler wichtigen Aminosäuren sollte über 50 Prozent liegen. Weil diese bitter schmecken, tüftelten Klaus und Salfeld lange am Geschmack. Nach sieben Monaten und tausenden gepressten Bonbons, die Familie und Freunde testeten und anhand von Fragebögen bewerteten, stand das fertige Produkt: Kleine zucker- und laktosefreie Bonbons in den Geschmacksrichtungen Orange Pashion, Toffee Caramel und Kirsch-Joghurt. Der Vorteil für die Konsumenten: Die Bonbons sind im Gegensatz zu den geläufigen Shakes ohne Aufwand und jederzeit parat - ob im Auto, im Kino oder bei der Arbeit.

Mittlerweile befinden sich die beiden Unternehmensgründer im Masterstudiengang mit der Fachrichtung Produkt- und Prozessinnovation. Sie haben sich ganz bewusst entschieden, ihr Studium planmäßig zu beenden und nicht frühzeitig auszusteigen. "So können wir unseren Start in die Selbstständigkeit in Ruhe vorbereiten", sagt Daniel Klaus. Dass Schnellschüsse gerne nach hinten losgehen, diese Erfahrung haben sie bereits gemacht. Sie hatten sich in einer Nacht- und Nebelaktion beim Förderprogramm Junge Innovatoren beworben und innerhalb von zwei Wochen einen Businessplan erstellt, an dem andere monatelang arbeiten. "Im Nachhinein wundert es uns nicht, dass wir eine Absage bekommen haben, viele Punkte an unserem Konzept waren einfach noch nicht ausgereift", so Christian Salfeld. Jetzt lassen sie sich Zeit, lernen die betriebswirtschaftlichen Grundlagen und informieren sich über die späteren Produktionsmöglichkeiten. Fest steht: Die Firmierung wird am Ende eine GbR sein und Proteomatics braucht ein gesundes Startkapital - entweder für eine eigene Produktionsanlage oder die Zusammenarbeit mit einem Lohnhersteller. Deshalb kann es auch sein, dass Klaus und Salfeld nach ihrem Studium im kommenden Jahr erstmal in einem Unternehmen arbeiten und ihre Geschäftsidee nebenher vorantreiben.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Schaffensprozess: Alleine mit den Proteinbonbons können und wollen sie kein Unternehmen aufbauen. Ihr zweites Produkt steht bereits - ein Booster zum Trinken, der bei Sportlern müde Muskeln und einen müden Geist wieder weckt, das dritte Produkt für die Zielgruppe Studenten ist bereits in Planung. Damit können Klaus und Salfeld durchstarten, sobald für sie der richtige Zeitpunkt gekommen ist.