App-Entwickler Invio: Risikobereitschaft zahlt sich aus

Die Gründer der Invio UG in Albstadt: Aydin Bilik, Metin Barlik und Mehmet Barlik (v.l.n.r.).Foto: PR

Die Invio UG in Albstadt geht ungewöhnliche Wege, nicht nur, was das Produkt angeht, sondern auch im Gründungsprozess. Bei dem dreiköpfigen Team läuft kaum etwas wie bei anderen Gründern.

Vier Wochen, die alles entschieden: Diesen Zeitraum steckten sich die Gründer von Invio, um mit ihrer Idee einen Investor zu finden, andernfalls würden sie ins Masterstudium gehen. Das Risiko schien unglaublich groß, doch gleich der erste Investor, dem sie ihr Konzept vorstellten, biss an. Der Stein kam ins Rollen und heute arbeiten Mehmet Barlik, Metin Barlik und Aydin Bilik sieben Tage in der Woche von frühmorgens bis abends an ihrer App. Feierabend haben sie aber nie, "der Kopf arbeitet immer weiter", so Mehmet Barlik.

Die Idee, eine eigene App zu entwickeln, hatten die drei während ihres Studiums an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Inspiriert wurden sie durch die YouTube-Stars Y-Titty. Der Plan der Informatikexperten: Sie wollen eine App sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte an den Start bringen, mit der jeder Nutzer seine eigenen interaktiven Videos erstellen und Leuten auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen kann. Wer sie ansieht, soll aus verschiedenen Optionen den weiteren Handlungsverlauf im Video bestimmen können. Die App wird zudem auswerten, welcher Weg am häufigsten gewählt wird. Die Grundstruktur steht, die App für iOS steht kurz vor dem Marktzugang. Die Android-Version wird drei Monate später folgen.

Bis hierher war der Weg äußerst steinig und anstrengend. Die drei Gründer mussten eine lange Durststrecke überstehen, in der sie überhaupt keinen Umsatz generierten. Erst der Einstieg von Investoren und Business-Angels nahm den Druck ein wenig raus. Diese finanzieren den Verlust in der Frühphase, erhalten dafür Anteile und profitieren, wenn das Produkt erfolgreich läuft. Sie alle gehen in Vorleistung ohne Garantie, dass sich das Risiko lohnt. Je weiter das Produkt gedeiht, umso vielversprechender sind jedoch die Aussichten. Die ersten Tests mit Nutzern sind gelaufen, dabei festgestellte Mängel sind behoben, die App ist jetzt noch nutzerfreundlicher.

Das junge Unternehmen profitiert zurzeit auch von seinem Standort. Sie sitzen seit deren Eröffnung in der Technologiewerkstatt Albstadt und nutzen die Infrastruktur, aber auch die Kontakte mit anderen benachbarten Unternehmen. Von ihnen bekommen sie viel Zuspruch und positives Feedback. Das war nicht immer so. "Am Anfang waren viele aus unserem Umfeld skeptisch und rieten uns, erstmal weiterzustudieren." Mittlerweile hat sich der Gegenwind gelegt, die Geschäftsführer haben in Zukunft viel vor. Die App werden sie natürlich immer weiter mit Updates und neuen Features versorgen. Außerdem soll es eine Web-Plattform für die Videos geben. Und sie brauchen weiteres Personal für ihre Datenbanken. Ihr Fünf-Jahres-Plan steht: "Dann wollen wir ein Multi-Millionen-Unternehmen sein." Mit ihren Ideen, ihrem Ehrgeiz und ihrem Durchhaltevermögen stehen die Chancen dafür tatsächlich gut.