Global Flow - Keine Abfälle, Wertstoffe!

Das Team von Global Flow: Seda Erkus und Nadine Antic. Foto: PR

Abfall vermeiden – das ist manchmal leichter gesagt als getan. Was im Haushalt leicht erledigt ist, stellt für viele mittlere und große Unternehmen eine immense Herausforderung dar. Denn Produktionsprozesse sind komplex und dabei entstehen nun einmal Abfälle. Zwei, die sich diesem Problem angenommen haben, sind Nadine Antic und Seda Erkus mit ihrem jungem Unternehmen GlobalFlow GmbH.

Sie trimmen Produktionsprozesse und Stoffströme auf Effizienz. „Für uns sind das keine Abfälle, sondern Wertstoffe“, sagen Antic und Erkus, die zunächst Energie- und Ressourcenmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen studiert und 2012 ihren Master an der ESB Reutlingen abgeschlossen haben.

Angefangen hat alles mit ersten Aufträgen aus dem privaten Umfeld. Es folgte die Existenzgründungsberatung von IHK-Campus-Startup, in der die beiden Absolventinnen klärten, ob sie mehr daraus machen könnten und worauf es ankommt, wenn sie sich selbstständig machen. Schließlich war das Businessplanseminar an der Hochschule Reutlingen der Auslöser für den Weg in die Selbstständigkeit nach dem Studium. Anfang 2012 startete das Team ein Pilotprojekt mit dem Universitätsklinikum Tübingen. Parallel kamen weitere Anfragen und das Auftragsbuch füllte sich. So optimierte GlobalFlow unter anderem für ein Lifescience-Unternehmen das Entsorgungskonzept und realisierte satte Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich. Antic und Erkus sind immer wieder beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich bei genauer Betrachtung der Produktionsprozesse in den Unternehmen ergeben: „20 bis 30 Prozent Rationalisierungspotenzial sind nicht selten. Allein mit geeigneten Maßnahmen wie einer besseren Sortierung der Abfälle oder der Reduktion der Entsorgungszyklen kann viel erreicht werden.“

Auch für 2013 ist die Auftragslage gut. Das Team ist sich sicher, dass „Materialeffizienz und Entsorgung in Zukunft immer mehr im Fokus stehen werden“. Beweis dafür ist ein aktueller Auftrag eines Anlagenbauers. GlobalFlow analysiert dessen Produkte, Prozesse sowie Stoffströme und der Kunde integriert das gewonnene Know-how in die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. So viel kann verraten werden: Es sollen optimierte Entsorgungswege für Sonderabfälle aus mehreren Produktionsstätten in unterschiedlichen Ländern entwickelt werden. Ziel ist auch hier, „die negativen Effekte auf die Umwelt gering zu halten und den Abfall weitestgehend der Verwertung zuzuführen“, sagen Antic und Erkus, die sich noch viele solcher großen Projekte wünschen, „Vor allem bei großen Stoffströmen, können wir richtig was rausholen. Das nützt allen – der Umwelt und den Unternehmen“.